Echoes Beyond the Gate Chronik 19 – Das Schloss hinter dem Tor

Interpret: Beatkonstruktor


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Releases-Typ: Album
Hauptgenre: Cinematic-OST-Techno
Sprache: Deutsch
Veröffentlichungsdatum: Folgt

Echoes Beyond the Gate
Chronik XIX — Das Schloss hinter dem Tor

Nachdem der Himmel sich geöffnet hatte, endete die Nacht.

Nicht weil die Sonne zurückkehrte.

Sondern weil Zeit selbst stehen blieb.

Für einen unmessbaren Augenblick erstarrte die gesamte Realität.

Menschen blieben mitten in ihrer Bewegung stehen.
Ozeane gefroren in Wellen aus schwarzem Wasser.
Selbst die Sternenrisse bewegten sich nicht mehr.

Nur Aserion konnte sich noch bewegen.

Und über ihm öffnete sich der Himmel vollständig.

Was dahinter lag, war kein Kosmos.

Keine Galaxien.

Keine Leere.

Sondern eine gigantische Struktur.

Unendlich groß.

Älter als Realität.

Das Schloss hinter dem Tor.

Es spannte sich über den gesamten Himmel wie ein unmöglicher Mechanismus aus schwarzen Türmen, rotierenden Kreisen und endlosen Ketten. Ganze Universen hingen darin wie kleine Lichter in einem gigantischen Uhrwerk.

Und plötzlich verstand Aserion die Wahrheit.

Die Welt war niemals die einzige gewesen.

Es hatte unzählige Welten gegeben.

Unzählige Zyklen.

Unzählige Menschheiten.

Und jede war irgendwann auf dieselbe Wahrheit gestoßen:

Dass ihre Realität nur ein versiegelter Raum im Schloss war.

Die Astralen Archonten erschienen erneut um Aserion.

Doch diesmal wirkten selbst sie gebrochen.

Ihre geometrischen Körper flackerten instabil, als würde ihre Existenz zerfallen.

Einer von ihnen sprach:

„Das Schloss versiegelt nicht Wesen.“

„Es versiegelt Möglichkeiten.“

Vor Äonen hatten die ersten Architekten entdeckt, dass Bewusstsein selbst gefährlich war.

Je intelligenter eine Zivilisation wurde, desto näher kam sie einer Erkenntnis, die Realität zerstörte.

Denn irgendwo jenseits aller Existenz existierte eine Kraft, die jede beobachtete Realität langsam konsumierte.

Nicht aus Bosheit.

Sondern aus Natur.

Wie Gravitation.

Wie Zeit.

Also erschufen die Architekten das Schloss.

Ein gigantisches System aus:

Toren,
Zyklen,
Erinnerungsverlust,
Religionen,
Kriegen,
und künstlichen Weltuntergängen.

Jede Realität wurde regelmäßig zurückgesetzt, bevor ihre Bewohner zu viel verstanden.

Die Menschheit hatte diesen Punkt nun erreicht.

Aserion begriff plötzlich:

Der Schläfer.
Die Maschinenkathedralen.
Die Aschenpriester.
Die Blutmonde.

Alles war Teil des Zyklus gewesen.

Kontrollierte Apokalypsen.

Mechanismen zur Auslöschung von Erkenntnis.

Doch diesmal war etwas schiefgelaufen.

Denn die Menschheit hatte sich erinnert.

Die Chronisten.
Die verlorenen Reiche.
Die Erinnerungen.
Die Geschichten.

All das hatte verhindert, dass der Zyklus vollständig neu gestartet werden konnte.

Und genau deshalb hatte das Wesen hinter den Sternen die Welt bemerkt.

Dann begann das Schloss selbst sich zu bewegen.

Gigantische Ketten spannten sich durch den Himmel. Ganze Sternensysteme rotierten wie Zahnräder ineinander. Türen von der Größe ganzer Universen öffneten und schlossen sich gleichzeitig.

Und tief im Zentrum des Schlosses erschien:

Der Thron der ersten Wächter.

Dort saß eine einzelne Gestalt.

Regungslos.

Verhüllt in schwarzem Licht.

Aserion näherte sich langsam.

Mit jedem Schritt zerfiel die Realität um ihn herum weiter. Erinnerungen lösten sich aus seinem Geist. Namen verschwanden.

Doch als er den Thron erreichte, hob die Gestalt langsam ihren Kopf.

Und Aserion erstarrte.

Denn die Gestalt war er selbst.

Nicht metaphorisch.

Ein anderer Aserion.

Älter.
Gebrochen.
Unendlich müde.

Der Wächter auf dem Thron sprach:

„Du bist nicht der Erste.“

„Und nicht der Letzte.“

Dann zeigte er auf die endlosen Türen des Schlosses.

Hinter jeder Tür sah Aserion andere Welten:

tote Königreiche,
brennende Sterne,
mechanische Universen,
leere Dimensionen,
und unzählige Versionen seiner selbst.

Alle hatten denselben Fehler gemacht.

Sie hatten versucht, den Zyklus zu stoppen.

Der erste Wächter offenbarte schließlich die letzte Wahrheit:

Aserion war kein Individuum.

Er war eine Funktion des Schlosses.

In jedem Zyklus entstand irgendwann ein Hüter, der begann, sich zu erinnern.

Ein Fehler im System.

Und jedes Mal führte genau dieser Fehler zur nächsten Apokalypse.

Dann begann der Thronraum zu beben.

Denn außerhalb des Schlosses bewegte sich nun etwas.

Etwas viel Größeres als die Leere.

Die gigantischen Tore des Schlosses erzitterten unter einer unsichtbaren Kraft.

Selbst die Astralen Archonten flohen.

Und zum ersten Mal zeigte der erste Wächter Angst.

Langsam erschienen riesige Schatten hinter den Mauern der Realität.

Nicht klar sichtbar.

Nur Umrisse.

Gigantische Finger aus Dunkelheit legten sich um das Schloss selbst.

Als würde etwas versuchen, es von außen zu öffnen.

Der erste Wächter flüsterte:

„Der nächste Zyklus beginnt.“

„Doch diesmal…“

„…kommt ER hinein.“

Dann zerbarst irgendwo tief im Schloss die erste Tür.

Und aus der Dunkelheit dahinter erklang ein Geräusch wie:

brechende Sterne,
sterbende Universen,
und ein Herzschlag größer als Zeit.

Aserion blickte in die endlose Finsternis.

Und dort…

öffnete sich langsam ein einzelnes Auge.

Nicht hinter den Sternen.

Nicht hinter dem Tor.

Sondern außerhalb von allem.

Chronik XIX endet.
Der neue Zyklus beginnt.

– Beatkonstruktor

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