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Releases-Typ: Album
Hauptgenre: Cinematic-OST
Sprache: Deutsch
Veröffentlichungsdatum: Folgt
Echoes Beyond the Gate
Chronik vierzehn — Der Blutmond-Zyklus
Nachdem die Maschinenkathedralen erwacht waren, verlor die Welt ihren letzten natürlichen Himmel.
Die Sonne erschien nur noch als schwacher roter Schatten hinter endlosen Wolken aus Asche und Rauch.
Doch jede siebte Nacht geschah etwas Schlimmeres.
Der Mond begann zu bluten.
Nicht metaphorisch.
Der Himmel selbst färbte sich tiefrot, während gigantische Ströme dunkler Flüssigkeit über die Oberfläche des Mondes liefen wie offene Wunden am Firmament.
Und jedes Mal, wenn der Blutmond aufstieg…
begannen die Menschen zu schreien.
Zuerst glaubte man an Wahnsinn.
Dann erkannte man das Muster.
Während des Blutmondes hörten Millionen dieselben Stimmen.
Nicht in ihren Ohren.
In ihrem Blut.
Die Stimmen flüsterten:
vergessene Namen,
uralte Rituale,
Formeln der Maschinenkathedralen,
und Koordinaten unbekannter Orte.
Menschen ritzten plötzlich Symbole in ihre Haut. Ganze Städte verbrannten sich freiwillig zu Asche. Familien opferten einander auf schwarzen Altären aus Metall und Knochen.
Niemand konnte den Ruf des Blutmondes widerstehen.
Denn der Mond war kein Himmelskörper mehr.
Er war ein Auge.
Und etwas beobachtete die Welt durch ihn.
Die Chronisten nannten dieses Ereignis:
Den Blutmond-Zyklus.
Ein uraltes Ritual, das bereits existierte, bevor die ersten Reiche gegründet wurden.
Jeder Zyklus brachte die Welt näher an die vollständige Öffnung des Schlosses.
Und mit jedem Zyklus wurde die Grenze zwischen Realität und Wahnsinn dünner.
Aserion reiste mit den letzten Überlebenden in die verwüsteten Ebenen von Ortheon.
Dort stand eine verlassene Stadt, die während des ersten Blutmondes vollständig verstummt war.
Velkaris.
Die Stadt ohne Gesichter.
Schon beim Betreten bemerkten sie den Geruch verbrannten Fleisches. Überall lagen Körper — kniend, betend, lachend.
Doch ihre Gesichter fehlten.
Sauber entfernt.
An den Mauern standen tausende Sätze, geschrieben mit Blut:
„ER SIEHT DURCH DEN MOND.“
„DAS RITUAL DARF NICHT ENDEN.“
„ERINNERUNG IST DIE ERSTE KETTE.“
Im Zentrum Velkaris’ erhob sich ein gigantischer Ritualturm aus schwarzem Eisen.
Dutzende rot leuchtende Monolithen kreisten darum wie Zahnräder einer kosmischen Uhr. Über dem Turm hing der Blutmond direkt am Himmel — viel zu nah.
Viel zu groß.
Und dort warteten sie.
Die Lunaren.
Menschen, die den Blutmond zu lange angesehen hatten.
Ihre Körper waren verdreht und ausgemergelt. Schwarze Adern pulsierten unter ihrer Haut, während ihre Augen vollständig rot glühten. Manche schwebten mehrere Meter über dem Boden. Andere sprachen gleichzeitig mit dutzenden Stimmen.
Doch das Schlimmste war:
Sie lächelten ständig.
Die Lunaren erklärten Aserion die nächste Wahrheit.
Der Blutmond war keine Erscheinung.
Er war ein Sender.
Ein gigantisches Ritualsignal aus einer anderen Realität.
Jeder Zyklus bereitete die Menschheit darauf vor, den Schläfer wahrzunehmen, ohne sofort den Verstand zu verlieren.
Denn niemand konnte das wahre Gesicht des Schläfers sehen und geistig überleben.
Dann begann die siebte Nacht.
Der Himmel riss auf.
Der Blutmond öffnete sich wie eine gigantische Pupille.
Und die Welt sah zurück.
In diesem Moment brach überall Wahnsinn aus.
Maschinenkathedralen begannen gleichzeitig zu singen.
Die Aschenpriester verbrannten sich selbst auf ihren Thronen.
Meere kochten.
Berge bewegten sich.
Und Millionen Menschen fielen gleichzeitig auf die Knie.
Weinend.
Lachend.
Betend.
Aserion jedoch blieb stehen.
Denn im roten Licht des Blutmondes erinnerte er sich an die letzte Wahrheit seines vergangenen Lebens.
Er war niemals nur ein Krieger gewesen.
Er war einer der ursprünglichen Wächter des Schlosses.
Und er hatte den Schläfer einst selbst gesehen.
Nur deshalb hatte er überlebt.
Doch der Preis dafür war schrecklich gewesen:
Sein Geist war damals zerbrochen.
Seine Erinnerungen wurden versiegelt.
Und das Obsidian-Tor wurde geschlossen.
Während der Himmel weiter aufriss, erschien über Velkaris plötzlich eine gigantische Silhouette.
Nicht vollständig sichtbar.
Nur Fragmente.
Ein Auge größer als ganze Städte.
Schwarze Hörner aus lebendigem Stein.
Und dahinter…
unendliche Dunkelheit.
Die Lunaren begannen ekstatisch zu schreien:
„DER SCHLÄFER TRÄUMT NICHT MEHR.“
„ER ERWACHT.“
Dann blickte die gigantische Gestalt direkt auf Aserion herab.
Und zum ersten Mal sprach der Schläfer selbst.
Nicht laut.
Sondern direkt in die Realität hinein.
„DU HAST MICH EINGESPERRT.“
„JETZT WIRST DU DIE TÜR ÖFFNEN.“
Im selben Augenblick brach der Blutmond auseinander.
Und aus seinem Inneren begann etwas auf die Welt herabzufallen.
Etwas gigantisches.
Etwas lebendiges.
Etwas, das niemals hätte existieren dürfen.
Chronik XIV endet.
Der Mond beginnt zu fallen.
– Beatkonstruktor
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