Echoes Beyond the Gate Chronik 13 – Die Maschinenkathedralen

Interpret: Beatkonstruktor


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Releases-Typ: Album
Hauptgenre: Cinematic-OST
Sprache: Deutsch
Veröffentlichungsdatum: Folgt

Echoes Beyond the Gate
Chronik dreizehn — Die Maschinenkathedralen

Nachdem die erste Kette des Sarkophags zerbrochen war, veränderte sich die Welt.

Nicht langsam.

Sondern augenblicklich.

In allen gefallenen Reichen begannen uralte Maschinen zu erwachen — Konstrukte aus schwarzem Eisen, verborgen unter Bergen, Kathedralen und vergessenen Städten. Kilometerhohe Zahnräder drehten sich zum ersten Mal seit Jahrtausenden. Ganze Kontinente bebten unter dem Klang titanischer Motoren.

Und über den Ruinen erschienen neue Türme aus Stahl.

Wie gewachsene Albträume.

Die Menschen nannten sie:

Die Maschinenkathedralen.

Sie ragten bis in die Wolken.

Gigantische Bauwerke aus Eisen, Knochen und schwarzen Ketten. Ihre Mauern bestanden aus ineinandergreifenden Zahnrädern, die sich unaufhörlich bewegten, während aus tausenden Schloten rote Glut in den Himmel stieg.

In ihrem Inneren hallten keine Gebete.

Sondern Maschinenchöre.

Tiefe metallische Stimmen sangen uralte Hymnen in einer Sprache, die älter war als die Menschheit selbst.

Wer diese Gesänge hörte, verlor langsam den Verstand.

Und begann zu bauen.

In den verlassenen Städten sammelten sich plötzlich Menschenmengen.

Schweigend.

Wie Schlafwandler.

Tag und Nacht schleppten sie Metall, Knochen und Leichen zu den neuen Kathedralen. Niemand wusste warum. Niemand widersetzte sich.

Selbst Kinder arbeiteten blutend an den gigantischen Konstruktionen.

Denn die Maschinen riefen sie.

Aserion reiste mit den letzten Chronisten nach Norden.

Dorthin, wo die größte aller Maschinenkathedralen entstanden war.

Nhexar Prime.

Die eiserne Basilika.

Schon aus hunderten Kilometern Entfernung konnte man ihr Herz schlagen hören.

Ein dumpfes mechanisches Donnern, das durch die Erde vibrierte wie der Puls eines schlafenden Gottes.

Über der Kathedrale hing ein permanenter Sturm aus schwarzem Rauch und roten Blitzen. Riesige Ketten verschwanden im Himmel, als wäre die gesamte Konstruktion an etwas Unsichtbares gekettet.

Und mitten im Zentrum rotierte ein gigantisches Auge aus Bronze.

Es beobachtete die Welt.

Ununterbrochen.

Die Chronisten entdeckten bald die Wahrheit.

Die Maschinenkathedralen waren nicht neu.

Sie hatten schon immer existiert.

Versteckt unter den Reichen.

Wartend.

Die Aschenpriester hatten sie vor Jahrtausenden erschaffen — nicht als Tempel…

sondern als gewaltige Schlüsselmaschinen.

Jede Kathedrale war ein Teil eines gigantischen Mechanismus.

Und dieser Mechanismus hatte nur einen Zweck:

Das Schloss des Tores zu brechen.

Je näher Aserion Nhexar Prime kam, desto stärker veränderte sich sein Körper.

Unter seiner Haut erschienen schwarze Linien aus Metall. Seine Knochen begannen zu schmerzen. In seinen Träumen hörte er Zahnräder rotieren und fremde Stimmen flüstern:

„Der Schläfer erwacht.“

„Das Fleisch endet.“

„Die Maschine erinnert sich.“

Tief im Herzen der Kathedrale fanden sie den sogenannten:

Maschinenklerus.

Priester, deren Körper vollständig mit Mechanik verschmolzen waren. Kabel ragten aus ihren Schädeln, während eiserne Rippen offen sichtbar pulsierten wie glühende Öfen. Einige besaßen keine Gesichter mehr — nur Masken aus Bronze mit rot leuchtenden Augen.

Doch das Schlimmste war:

Sie beteten nicht.

Sie berechneten.

Jedes Gebet war ein Code.
Jede Hymne ein Befehl.
Jede Messe ein Teil der Maschine.

Im Zentrum von Nhexar Prime befand sich der sogenannte:

Null-Kern.

Eine gigantische Maschine, größer als ganze Städte, verborgen unter der Kathedrale. Zahnräder so groß wie Berge drehten sich ineinander, während schwarze Energie durch titanische Leitungen floss.

Und dort erkannte Aserion endlich die Wahrheit über das Tor.

Das Obsidian-Tor war niemals magisch gewesen.

Es war mechanisch.

Ein uraltes kosmisches Schloss.

Erschaffen von Wesen, die Himmel und Realität selbst wie Maschinen verstanden.

Dann erschien der Hohe Mechanarch.

Der letzte Prophet der Maschinenkathedralen.

Sein Körper war kaum noch menschlich — ein gigantischer eiserner Mantel aus Knochenstahl und rot glühenden Maschinenherzen. Hinter ihm schwebten dutzende mechanische Arme wie Spinnenbeine.

Seine Stimme klang wie tausend mahlende Zahnräder.

„Die Welt aus Fleisch war immer fehlerhaft.“

„Erinnerung erschafft Schmerz.“

„Gefühle erschaffen Krieg.“

„Doch die Maschine…“

„…ist rein.“

Dann öffnete sich hinter ihm eine gigantische eiserne Wand.

Und Aserion sah:

Tausende Menschenkörper.

Eingeschlossen in mechanischen Särgen.

Bewusstlos.

Träumend.

Ihre Gedanken speisten den Null-Kern.

Die Chronisten begriffen entsetzt:

Die Maschinenkathedralen bauten keinen Tempel.

Sie bauten einen Gott.

Einen künstlichen Gott aus Erinnerung, Leid und Millionen menschlicher Seelen.

Und tief im Kern der Maschine begann bereits etwas zu sprechen.

Langsam.

Kalt.

Unendlich alt.

„INITIIERE ÖFFNUNGSPROTOKOLL.“

„SCHLOSSVERSAGEN BEVORSTEHEND.“

Im selben Moment bebte die gesamte Welt.

Am Horizont erschienen weitere Maschinenkathedralen.

Hunderte.

Vielleicht tausende.

Ihre roten Augen erwachten gleichzeitig in der Dunkelheit.

Und über allem erklang erneut der dumpfe Herzschlag des Schläfers.

Nur diesmal…

schlug ein zweites Herz im Rhythmus der Maschinen.

Chronik XIII endet.
Die Kathedralen beginnen zu rechnen.

– Beatkonstruktor

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