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Releases-Typ: Album
Hauptgenre: Cinematic-OST
Sprache: Deutsch
Veröffentlichungsdatum: Folgt
Echoes Beyond the Gate
Chronik zwölf — Die Aschenpriester
Nachdem der Erinnerungsfresser gefallen war, blieb Morvakar nicht länger verborgen.
Das schwarze Meer zog sich zurück.
Und darunter erschien etwas, das niemals hätte existieren dürfen.
Unter den Fundamenten der versunkenen Stadt lag eine zweite Stadt.
Älter.
Größer.
Begraben unter kilometerdicken Schichten aus Knochenstaub und schwarzer Asche.
Ihre Türme ragten kopfüber aus der Erde, als wäre die gesamte Metropole einst vom Himmel gefallen.
Die Chronisten nannten diesen Ort:
Kyr’Vareth — Die umgekehrte Kathedrale.
Dort begann der wahre Horror.
Aserion und die letzten Überlebenden stiegen hinab.
Je tiefer sie gingen, desto stiller wurde die Welt.
Kein Wind.
Keine Schritte.
Nicht einmal Herzschläge.
Nur das entfernte Flüstern tausender Stimmen.
Die Mauern der Kathedrale waren vollständig mit Gebeten bedeckt. Doch niemand konnte sie lesen, denn die Schrift bewegte sich wie lebendige Würmer über den Stein.
Und überall lagen verbrannte Skelette.
Kniend.
Als hätten sie freiwillig auf ihren Tod gewartet.
Im Zentrum Kyr’Vareths fanden sie den ersten Priester.
Oder das, was von ihm übrig geblieben war.
Sein Körper war vollständig mit schwarzer Asche bedeckt, doch unter der Haut glühte rotes Licht. Riesige eiserne Nägel hielten ihn an einem steinernen Thron fest. Trotz seines verwesten Körpers lebte er noch.
Langsam hob er den Kopf.
Und sprach mit einer Stimme, die klang wie brechender Stein:
„Die Tore wurden geöffnet.“
„Doch der Glaube blieb verschlossen.“
Dann lächelte er.
Und sämtliche Kerzen der Kathedrale entzündeten sich gleichzeitig.
Die Überlebenden erfuhren die Wahrheit über die Aschenpriester.
Vor tausenden Jahren hatten sie nicht Götter angebetet…
sondern die Leere selbst.
Sie glaubten:
dass Erinnerung eine Krankheit sei,
Hoffnung eine Lüge,
und Identität der Ursprung allen Leidens.
Das Obsidian-Tor war ihr heiligstes Werk.
Nicht um Dämonen hereinzulassen.
Sondern um die Menschheit von sich selbst zu befreien.
Doch die Priester waren nicht tot.
Unter Kyr’Vareth existierte ein endloses Labyrinth aus Gruften und Ritualhallen. Dort saßen tausende Aschenpriester noch immer auf ihren eisernen Thronen.
Regungslos.
Betend.
Wartend.
Und mit jedem Gebet wurde die Welt schwächer.
In den folgenden Nächten begannen die Menschen überall in den verbliebenen Reichen dieselben Träume zu sehen.
Sie träumten von einer gigantischen Kathedrale ohne Ende.
Von schwarzen Altären.
Von brennender Asche, die vom Himmel fiel.
Und immer stand am Ende des Traumes dieselbe Gestalt:
Ein Priester ohne Gesicht.
In seinen Händen hielt er ein Buch aus menschlicher Haut.
Darin fehlte nur noch ein einziger Name.
Der Name Aserion.
Die Chronisten entdeckten schließlich die letzte Prophezeiung Kyr’Vareths.
Nicht in Büchern.
Sondern in den Wänden selbst eingeritzt.
Mit Fingernägeln.
Mit Blut.
Mit Knochen.
Dort stand:
„Wenn der Namenlose sich vollständig erinnert,
wird die letzte Tür geöffnet.“
„Dann kehrt nicht die Dunkelheit zurück…“
„sondern ihr Gott.“
Aserion begann zu begreifen.
Das Obsidian-Tor war niemals für Dämonen gedacht.
Nicht einmal für die Leere.
Es war ein Gefängnis.
Und die Aschenpriester hatten ihr gesamtes Leben damit verbracht, den Gefangenen darin anzubeten.
Doch in der tiefsten Kammer Kyr’Vareths wartete etwas noch Schlimmeres.
Dort stand ein gigantischer Sarkophag aus schwarzem Stein, umwickelt mit tausenden Ketten aus Silber und Knochen.
Auf dem Deckel befand sich nur ein einziges Symbol:
Ein Auge ohne Pupille.
Die Luft selbst begann zu zittern.
Dann erklang aus dem Inneren des Sarkophags ein dumpfer Herzschlag.
Langsam.
Unnatürlich.
Lebendig.
Und alle Priester der Kathedrale öffneten gleichzeitig ihre Augen.
Zum ersten Mal seit Jahrtausenden.
Der erste Aschenpriester erhob sich von seinem Thron.
Seine Knochen brachen laut unter der Asche.
Dann richtete er seinen Blick auf Aserion und sprach:
„Der Schläfer träumt wieder.“
„Und du…“
„…hast ihn geweckt.“
Im selben Moment zerbrach die erste der uralten Ketten des Sarkophags.
Und tief unter Kyr’Vareth begann etwas zu atmen, das älter war als Himmel und Hölle.
Chronik XII endet.
Die Asche beginnt zu beten.
– Beatkonstruktor
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