Die Chroniken von Eloria – Die Stärke des Willens Chronik 22 Code U16.19i
Die Chroniken von Eloria – Die Staerke des Willens Chronik 22 Code U16.19i 1

Die Chroniken von Eloria
Die Stärke des Willens – Chronik 22
Code U16.19i
Kapitel 22 – Die Stärke des Willens

Die goldene Sonne stieg langsam über den Wäldern Elorias auf.

Ihr Licht wanderte über die alten Baumkronen, spiegelte sich in den Bächen und erreichte schließlich den Kristallsee, der ruhig zwischen den Bergen lag.

Für einen Augenblick schien selbst der Wind innezuhalten.

Keine Portale öffneten sich.

Keine fremden Sterne erschienen.

Kein Archiv meldete eine neue Übertragung.

Kein Drache warnte vor einer vergessenen Macht.

Und niemand musste die Welt retten.

Heute ging es um einen wesentlich kleineren Kampf.

Und vielleicht gerade deshalb um einen der schwersten.

Beat stand am Anfang eines Waldweges.

Vor ihm lag der Reha-Park am Kristallsee.

Nila stand neben ihm.

Sie betrachtete den langen Weg.

Dann Beat.

„Bereit?“

Beat sah zum Park.

„Nein.“

Nila nickte.

„Gut.“

Beat sah sie an.

„Was soll daran gut sein?“

„Du bist trotzdem hier.“

Beat musste grinsen.

„Du wirst langsam nervig.“

„Langsam?“

Damit setzte sie sich in Bewegung.

Beat folgte ihr.

Der Reha-Park war kein gewöhnlicher Ort.

Viele Menschen Elorias hielten ihn für eine einfache Trainingsstätte.

Zwischen den Bäumen standen alte Geräte aus Holz, Metall und Kristallstein. Wege führten über sanfte Hügel. Andere verliefen durch kleine Senken oder entlang des Wassers.

Es gab Rampen.

Haltevorrichtungen.

Trainingsplätze.

Becken, die vom Wasser des Kristallsees gespeist wurden.

Doch die alten Hüter kannten die ursprüngliche Bedeutung dieses Ortes.

Hier wurden keine Krieger ausgebildet.

Keine Armeen vorbereitet.

Keine Magier geprüft.

Hier kamen Menschen hin, deren größte Gegner manchmal unsichtbar waren.

Erschöpfung.

Schmerz.

Angst.

Frustration.

Der eigene Körper.

Und jene besonders heimtückische Stimme, die irgendwann flüsterte:

Heute nicht.

Du kannst das nicht.

Es bringt sowieso nichts.

Die Hüter nannten diesen Ort deshalb nicht den Park der Stärke.

Sie nannten ihn:

den Ort des Wiederbeginns.

Denn jeder konnte einen Weg beginnen.

Die eigentliche Kunst bestand darin, nach einem Rückschlag erneut anzufangen.

Beat kannte diesen Kampf.

Sein Körper hatte ihn oft genug herausgefordert.

Es hatte Tage gegeben, an denen selbst kleine Bewegungen Kraft kosteten.

Tage, an denen ein Weg, der für andere kaum der Rede wert gewesen wäre, vor ihm wie ein Berg gelegen hatte.

Und manchmal hatte ihn das wütend gemacht.

Nicht auf Eloria.

Nicht auf andere Menschen.

Auf die Situation.

Auf Grenzen, die er sich nicht ausgesucht hatte.

Doch eines hatte ihm niemand nehmen können.

Seinen Willen.

Beat legte die Hände an die Greifreifen.

Die Räder bewegten sich.

Eine Umdrehung.

Dann die nächste.

Nila lief neben ihm.

Sie drängte nicht.

Sie zog nicht.

Sie bestimmte nicht das Tempo.

Sie war einfach da.

Nach einigen Metern wurde der Weg steiler.

Beat wurde langsamer.

Nila sah zu ihm.

„Pause?“

„Nein.“

Noch eine Umdrehung.

Der Rollstuhl bewegte sich weiter.

„Beat.“

„Ich hab Nein gesagt.“

Nila hob die Hände.

„Okay.“

Weitere Meter.

Dann blieb Beat selbst stehen.

Er atmete tief.

Nila sagte nichts.

Beat sah sie an.

„Jetzt Pause.“

„Gute Idee.“

„War meine.“

„Deshalb war sie ja gut.“

Beat schnaubte.

Der erste Trainingsplatz lag unter gewaltigen alten Bäumen.

Mehrere Geräte standen dort.

Beat betrachtete sie.

„Wer hat die gebaut?“

Ein Hüter trat aus einer kleinen Hütte.

Ein älterer Mann mit grauem Bart.

„Menschen, die glaubten, sie würden sie niemals benötigen.“

Beat sah ihn an.

„Das klingt verdächtig philosophisch.“

„Ich bin alt. Wir dürfen so reden.“

Nila lachte.

Der Hüter führte sie zum ersten Gerät.

Es trainierte Arme und Schultern.

Beat begann.

Langsam.

Kontrolliert.

Eine Wiederholung.

Zwei.

Drei.

Vier.

Bei der fünften wurde es schwerer.

Bei der sechsten begann sein Arm zu zittern.

„Noch eine“, sagte Beat.

Nila stand neben ihm.

„Nur wenn sie sauber geht.“

Beat sah sie an.

„Seit wann bist du Trainerin?“

„Seit ungefähr sieben Sekunden.“

„Beeindruckende Karriere.“

Er versuchte es.

Die Bewegung misslang.

Beat fluchte.

Der Hüter sagte nichts.

Nila ebenfalls nicht.

Beat setzte erneut an.

Diesmal langsamer.

Die Bewegung gelang.

Nila streckte die Faust aus.

Beat sah sie an.

Dann stieß er seine dagegen.

Klack.

Keine Fanfare.

Keine Götter.

Keine magische Rune.

Nur eine kleine Ghettofaust.

Aber Beat grinste.

Die nächsten Übungen waren schwieriger.

Gleichgewicht.

Stabilität.

Bewegung.

Koordination.

Manche funktionierten.

Andere nicht.

Eine Übung scheiterte vollständig.

Beat versuchte sie erneut.

Wieder nichts.

Beim dritten Mal wurde er wütend.

„Verdammt.“

Nila setzte sich auf eine Bank.

„Dann funktioniert sie heute nicht.“

Beat sah sie an.

„Das ist keine Lösung.“

„Doch.“

„Aufgeben?“

Nila schüttelte den Kopf.

„Verschieben.“

Beat schwieg.

„Das ist ein Unterschied.“

Er sah wieder zum Gerät.

„Manchmal“, sagte Nila, „ist der Wille nicht der Teil, der sagt: Noch einmal.“

Beat blickte zu ihr.

„Sondern?“

„Manchmal sagt er: Morgen wieder.“

Beat sah sie einige Sekunden an.

Dann rollte er vom Gerät weg.

„Ich hasse es, wenn du recht hast.“

„Dann wird heute noch ein anstrengender Tag.“

Am Rand des Parks stand Skarn.

Der Wolf beobachtete sie.

Beat sah ihn.

„Du könntest wenigstens motivierend gucken.“

Skarn setzte sich.

„Das ist nicht motivierend.“

Skarn gähnte.

Nila grinste.

„Er glaubt an dich.“

„Das sieht eher nach Langeweile aus.“

Dann kam ein gewaltiger Schatten über den Park.

Vaelthor landete auf einer freien Wiese.

Der Boden vibrierte.

Mehrere Menschen drehten sich erschrocken um.

Beat sah zum Drachen.

„Und du?“

Vaelthor senkte den Kopf.

„Was?“

„Motivation.“

Der Drache überlegte.

„Versage nicht.“

Beat starrte ihn an.

Nila hielt sich die Hand vor den Mund.

„Das war deine Motivation?“

„Ja.“

Beat zeigte auf Vaelthor.

„Skarn ist besser.“

Der Wolf legte sich zufrieden hin.

Später erreichten Beat und Nila den Kristallsee.

Das Wasser war klar.

Unter seiner Oberfläche glitzerten Kristalle.

Die Hüter hatten an einer flachen Stelle ein Trainingsbecken eingerichtet.

Beat betrachtete das Wasser.

„Kalt?“

Nila hielt einen Fuß hinein.

Sie zog ihn sofort zurück.

„Nein.“

Beat hob eine Augenbraue.

„Du lügst.“

„Ja.“

Wenig später waren beide im Wasser.

Beat verzog das Gesicht.

„KALT!“

Nila lachte.

„Jetzt bist du wenigstens wach.“

„Ich war wach!“

„Jetzt mehr.“

Das Wasser nahm einen Teil des Körpergewichts.

Bewegungen wurden anders.

Nicht automatisch leichter.

Aber freier.

Beat begann mit den Übungen.

Langsame Bewegungen.

Arme.

Schultern.

Stabilisierung.

Nila stand dicht bei ihm.

Nicht um jede Bewegung zu übernehmen.

Nur dort, wo Sicherheit notwendig war.

Beat verlor kurz das Gleichgewicht.

Nila fing ihn.

„Hab dich.“

Beat atmete aus.

Dann stellte er sich neu ein.

„Noch mal.“

„Sicher?“

„Ja.“

Der zweite Versuch gelang besser.

Beim dritten brauchte er ihre Hilfe kaum noch.

Nila grinste.

„Da.“

„Was?“

„Fortschritt.“

Beat sah sie an.

„Das waren ungefähr drei Zentimeter.“

„Dann feiern wir drei Zentimeter.“

Eine Gruppe Kinder spielte nicht weit entfernt am Ufer.

Eines beobachtete Beat.

Schließlich kam der Junge näher.

„Warum trainierst du?“

Beat überlegte.

Die einfache Antwort wäre gewesen:

Damit ich stärker werde.

Doch das traf es nicht vollständig.

„Damit ich morgen vielleicht etwas kann, was heute noch nicht geht.“

Der Junge dachte darüber nach.

„Und wenn es morgen auch nicht geht?“

Beat sah zu Nila.

Sie grinste bereits.

Beat wusste genau, welche Antwort sie erwartete.

Er sah wieder zum Jungen.

„Dann übermorgen.“

Das Kind nickte zufrieden.

Damit war die Sache für ihn offenbar geklärt.

Er rannte zurück zu den anderen.

Beat sah ihm hinterher.

„Kinder machen sich das manchmal erschreckend einfach.“

Nila nickte.

„Vielleicht machen Erwachsene es sich manchmal erschreckend kompliziert.“

Nach dem Training lagen sie am Ufer.

Beat hatte ein Handtuch unter sich.

Nila lag daneben im Gras.

Skarn war inzwischen zu ihnen gekommen.

Vaelthor lag weiter entfernt auf einer sonnigen Felsplatte.

Das Wasser glitzerte.

Die Sonne trocknete die letzten Tropfen auf ihrer Haut.

Niemand sprach.

Kein Grund.

Beat hörte die Blätter.

Das Wasser.

Vögel.

Skarns ruhigen Atem.

Zum ersten Mal seit langer Zeit musste nichts passieren.

Beat musste nichts erschaffen.

Kein Portal aktivieren.

Keine Chronik retten.

Keinen Code entschlüsseln.

Keine Übertragung starten.

Er musste einfach nur existieren.

Und plötzlich verstand er etwas.

Vielleicht hatte er Stärke zu lange mit Bewegung verwechselt.

Mit Vorwärts.

Weiter.

Mehr.

Noch eine Chronik.

Noch ein Portal.

Noch ein Versuch.

Aber Stärke konnte auch bedeuten, still am Ufer zu liegen und seinem Körper zu erlauben, sich zu erholen.

Nila drehte den Kopf zu ihm.

„Du denkst.“

Beat sah sie an.

„Woher weißt du das immer?“

„Du guckst dann so.“

„Wie?“

Nila machte einen völlig übertrieben ernsten Gesichtsausdruck.

Beat musste lachen.

„Idiotin.“

„Funktioniert.“

Als sie später zurückkehrten, war der Weg anstrengender.

Die Arme waren müde.

Die Sonne stand tiefer.

Beat rollte langsamer.

Nila ging neben ihm.

Nicht voraus.

Nicht hinter ihm.

Neben ihm.

Nach einigen Metern blieb Beat stehen.

„Heute reicht.“

Nila nickte.

Keine Diskussion.

Keine Motivationsrede.

Beat sah den Weg zurück.

Er war nicht besonders weit gekommen.

Zumindest nicht nach den Maßstäben anderer.

Aber genau darin lag der Fehler.

Dieser Weg gehörte nicht anderen.

Er gehörte ihm.

Jede Umdrehung seiner Räder hatte stattgefunden.

Jede Übung.

Jeder misslungene Versuch.

Jede Pause.

Jeder neue Versuch.

Nichts davon wurde kleiner, nur weil jemand anderes weiter laufen konnte.

Am Abend kamen sie an einen Aussichtspunkt.

Unter ihnen lag der Kristallsee.

Die Sonne verschwand langsam hinter den Bergen.

Goldenes Licht lag auf dem Wasser.

Beat sah zu Nila.

Nila sah zu ihm.

Keine großen Worte.

Sie streckte die Faust aus.

Beat grinste.

Seine Faust traf ihre.

Mehr brauchte es nicht.

Denn beide wussten:

Dieser Tag war kein Sieg über seinen Körper gewesen.

Sein Körper war niemals der Feind gewesen.

Es war ein Sieg über etwas anderes.

Über die Angst vor dem nächsten Rückschlag.

Über die Versuchung, einen schlechten Tag mit einem endgültigen Urteil zu verwechseln.

Über den Gedanken, Fortschritt müsse groß sein, damit er zählt.

Als sie weiterfahren wollten, erschien ein Mann am Weg.

Beat erkannte ihn.

Einer der Archivgötter.

„Nicht schon wieder.“

Der Archivgott blieb stehen.

Nila verschränkte die Arme.

„Heute keine Portale.“

„Ich bringe keine Aufgabe.“

Beat sah misstrauisch zu ihm.

„Keine Übertragung?“

„Nein.“

„Keine uralte Welt?“

„Nein.“

„Kein geheimnisvoller Code?“

„Nein.“

Beat zeigte auf ihn.

„Du wirst sympathischer.“

Der Archivgott trat näher.

In seiner Hand hielt er eine kleine Kristallplatte.

Darauf stand:

U16.19i

Beat betrachtete den Code.

„Was ist das?“

„Ein Eintrag.“

Beat schloss die Augen.

„Du hast gerade gesagt, keine Übertragung.“

„Es ist keine.“

„Was dann?“

Der Archivgott reichte ihm die Platte.

„Eine Erinnerung.“

Im Kristall erschien der heutige Tag.

Beat am Anfang des Waldweges.

Die erste Steigung.

Die Übungen.

Der misslungene Versuch.

Die Pause.

Der Kristallsee.

Das kalte Wasser.

Nila.

Die drei Zentimeter.

Der Junge am Ufer.

Die Ghettofaust.

Beat sah den Archivgott an.

„Warum archiviert ihr das?“

„Warum sollten wir es nicht?“

„Weil nichts passiert ist.“

Der Gott betrachtete ihn lange.

„Du bist gekommen.“

Beat schwieg.

„Du hast versucht.“

Der Kristall zeigte die misslungene Übung.

„Du bist gescheitert.“

Dann zeigte er, wie Beat das Gerät verlassen hatte.

„Du hast aufgehört.“

Beat sah ihn an.

Der Archivgott lächelte.

„Und du wirst wiederkommen.“

Nun verstand Beat.

Der Gott legte eine Hand auf die Kristallplatte.

„Die Archive bewahren keine Helden.“

„Was dann?“

„Bedeutende Augenblicke.“

Beat sah auf die Bilder.

„Und das war einer?“

„Für dich.“

Der Archivgott trat zurück.

„Das genügt.“

Dann verschwand er zwischen den Bäumen.

Nila stand schweigend neben Beat.

Beat betrachtete den Kristall.

U16.19i

„Was bedeutet der Code?“

Nila zuckte mit den Schultern.

„Keine Ahnung.“

Beat sah sie an.

„Du weißt es wirklich nicht?“

„Nein.“

„Endlich.“

„Was endlich?“

„Etwas, das nicht jeder außer mir versteht.“

Nila schlug ihm leicht gegen die Schulter.

In derselben Nacht wurde die Kristallplatte im Großen Archiv aufgenommen.

Nicht zwischen den Aufzeichnungen über Kriege.

Nicht bei den großen Portalen.

Nicht neben der Ersten Flamme.

Sie kam in eine kleine Kammer.

Dort lagen tausende ähnliche Erinnerungen.

Ein Kind, das nach einem Sturz wieder aufstand.

Eine alte Frau, die nach Jahren wieder einen Garten angelegt hatte.

Ein Krieger, der zum ersten Mal zugab, dass er Angst hatte.

Eine Magierin, die Hilfe annahm.

Ein Mann, der nach langer Einsamkeit wieder einem Menschen vertraute.

Keine dieser Geschichten würde jemals auf einem Denkmal stehen.

Doch die Archive bewahrten sie.

Über dem Eingang der Kammer stand ein einziger Satz:

Hier ruhen die Siege, die niemand gesehen hat.

Der Archivgott legte Beats Kristall dazu.

Das Licht darin pulsierte einmal.

Dann wurde es ruhig.

Beat schlief in dieser Nacht tief.

Doch kurz vor Sonnenaufgang öffnete er die Augen.

Etwas hatte ihn geweckt.

Keine Übertragung.

Kein Herzschlag.

Kein Portal.

Skarn stand vor ihm.

Im Maul hielt er etwas.

Beat richtete sich auf.

„Was hast du da?“

Skarn kam näher.

Er legte einen kleinen Gegenstand auf Beats Schoß.

Eine Feder.

Schwarz.

Mit einer goldenen Spitze.

Beat betrachtete sie.

„Woher hast du die?“

Skarn setzte sich.

Keine Antwort.

Natürlich.

Beat nahm die Feder.

Sie war warm.

Nila erschien hinter ihm.

„Was ist das?“

„Keine Ahnung.“

Sie sah die Feder.

Dann Skarn.

„Sollten wir uns Sorgen machen?“

Beat dachte nach.

Dann legte er die Feder auf den Tisch.

„Nein.“

Nila blinzelte.

„Nein?“

„Heute nicht.“

„Und morgen?“

Beat grinste.

„Morgen trainieren wir wieder.“

Nila sah ihn überrascht an.

Dann lächelte sie.

„Gut.“

Skarn legte sich hin.

Die schwarze Feder blieb auf dem Tisch.

Untersuchung verschoben.

Weltrettung verschoben.

Geheimnisse verschoben.

Denn morgen wartete zunächst etwas viel Unspektakuläreres.

Der Waldweg.

Die Geräte.

Der Kristallsee.

Vielleicht wieder drei Zentimeter.

Vielleicht gar keiner.

Vielleicht fünf.

Es spielte keine Rolle.

Beat würde dort sein.

Am nächsten Morgen ging die Sonne erneut über Eloria auf.

Sie schien nicht heller als gestern.

Die Berge waren dieselben.

Der Kristallsee lag an derselben Stelle.

Der Weg war nicht kürzer geworden.

Und Beat war nicht plötzlich von allen Grenzen befreit.

Das war auch nicht notwendig.

Nila wartete bereits draußen.

„Bereit?“

Beat legte die Hände an die Räder.

Er dachte kurz nach.

Dann grinste er.

„Ein bisschen.“

Nila nickte.

„Fortschritt.“

Sie machten sich auf den Weg.

Skarn lief voraus.

Vaelthor zog weit oben seine Kreise.

Zwei schmale Spuren entstanden hinter Beats Rädern im Staub.

Der Wind strich darüber.

Doch bevor er sie vollständig verschwinden ließ, leuchteten sie für einen kurzen Augenblick golden.

Nicht weil Eloria Beat zum Helden erklärte.

Sondern weil Eloria etwas verstanden hatte, das selbst seine Götter manchmal vergaßen:

Mut entsteht nicht dort, wo alles leicht ist.

Mut entsteht an der Grenze zwischen

„Ich kann nicht mehr“

und

„Ich versuche es morgen wieder.“

Und der wahre Held war nicht derjenige, der niemals fiel.

Nicht derjenige, der jeden Kampf gewann.

Nicht einmal derjenige, der immer weiterging.

Manchmal war der größte Sieg wesentlich stiller.

Aufstehen.

Hilfe annehmen.

Pausieren.

Zurückkehren.

Und wieder beginnen.

Beat rollte weiter.

Eine Umdrehung.

Noch eine.

Nila ging neben ihm.

Am Ende des Weges glitzerte der Kristallsee.

Und zum ersten Mal musste Eloria keinen neuen Pfad öffnen.

Dieser hier genügte vollkommen.

Archivcode: U16.19i

Eintrag: Die Stärke des Willens

Status: fortlaufend.

Ende von Kapitel 22

◆ 13.20 ◆

DAS OBSIDIANTOR

DIE CHRONIKEN VON ELORIA UND DAS OBSIDIANTOR
Die Chroniken von Eloria – Die Stärke des Willens Chronik 22 Code U16.19i
BEATKONSTRUKTOR
DIE STÄRKE DES WILLENS · CHRONIK 22 · CODE U16.19i
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SEKTOR 1

Beatkonstruktor Sektor 1 – Der ungebrochene Weg

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